„Junge Ge­schäfts­füh­rer, die Bock haben, etwas zu leis­ten“

Artikel im IM­MO­BI­LI­EN­BRIEF STUTT­GART - 21.04.2020

Die Pflug­fel­der-Un­ter­neh­mens­grup­pe stellt sich neu auf

Ein etwa vier­jäh­ri­ger Pro­zess ist ab­ge­schlos­sen, mel­det Ju­li­an Pflug­fel­der, ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter der Un­ter­neh­mensgrup­pe Pflug­fel­der. Zwei we­sent­li­che Dinge seien in die­sem Zeit­raum pas­siert: Das Hin­ter­fra­gen und Mo­di­fi­zie­ren von Pro­zes­sen und Ge­schäfts­fel­dern, die Ver­jün­gung der Ge­schäfts­füh­rer­ebe­ne und damit die Neu­po­si­tio­nie­rung der Grup­pe mit in­zwi­schen 71 Mit­ar­bei­tern.

Der Gro­ßva­ter von Ju­li­an Pflug­fel­der grün­de­te 1972 ein Mak­ler­un­ter­neh­men. Spä­ter kamen die Be­rei­che Bau­trä­ger, Im­mo­bi­li­en­ver­wal­tung und -pri­va­ti­sie­rung hinzu – ma­ß­geb­lich vor­an­ge­trie­ben von Vater Jür­gen Pflug­fel­der, der wie Ju­li­an ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter der Grup­pe ist.

v.l.n.r: David Grun, Ulrich Wünsch, Felix Epple, Sascha Braun, Jürgen Pflugfelder, Julian Pflugfelder, Alexander Wieland und Ralph Kullmann

v.l.n.r: David Grun, Ulrich Wünsch, Felix Epple, Sascha Braun, Jürgen Pflugfelder, Julian Pflugfelder, Alexander Wieland und Ralph Kullmann

2011 erfolgte die Eröffnung der Stuttgarter Niederlassung des Ludwigsburger Unternehmens und der Ausbau des Bauträgergeschäfts in Stuttgart. Auch als Gewerbemakler wollte Pflugfelder mitmischen. Davon hat sich das Unternehmen inzwischen verabschiedet. Im wohnwirtschaftlichen Bereich sieht Julian Pflugfelder weniger professionelle Konkurrenz und damit mehr Wachstumschancen. Seiner Ansicht nach werden im Segment Wohnungsmakler nur die Großen und ganz Kleinen überleben.

Ziel: Als Wohnungsmakler wachsen

„Wir wol­len die wohn­wirt­schaft­li­che Mak­ler­tä­tig­keit in der Re­gi­on aus­bau­en“, sagt er. Chan­cen sieht er bei­spiels­wei­se im Rems­tal, in Ess­lin­gen, Böb­lin­gen und Sin­del­fin­gen. Im ers­ten Schritt soll die Mak­ler­tä­tig­keit dort auf­ge­nom­men wer­den, wo Pflug­fel­der ein Bau­pro­jekt hat. Ge­schieht dies mit Er­folg, werde über eine Nie­der­las­sung nach­ge­dacht. Ju­li­an Pflug­fel­der sieht das Bau­trä­ger­ge­schäft als Ka­ta­ly­sa­tor. Wer eine neue Woh­nung kauft, hat oft eine alte zu ver­kau­fen. Das könne dann Pflug­fel­der über­neh­men. Er sei auch be­reit, die alte Im­mo­bi­lie in Zah­lung zu neh­men, damit der Käu­fer keine Zwi­schen­fi­nan­zie­rung be­nö­tigt.

Technische Kompetenz wurde ausgebaut

Mindestens 300 Wohnungen will Pflugfelder im Jahr bauen und verkaufen – und damit zu den größeren Bauträgern in der Region gehören. Die eigene technische Kompetenz sei die vergangenen Jahre ausgebaut worden. „Die vergangenen Jahre hat der Markt viel geheilt, das ist jetzt vorbei“, ist Julian Pflugfelder überzeugt. Wenn beispielsweise eine Ausschreibung fehlerhaft gewesen sei, hätten dies steigende Verkaufspreise ausgeglichen. Doch nun sei ein Preisplateau erreicht.

Bundesweit Gewerbe- und Industriebau

Die be­sag­te tech­ni­sche Kom­pe­tenz will Pflug­fel­der künf­tig auch stär­ker im Ge­wer­be- und In­dus­trie­bau ein­set­zen. Am Stadt­rand von Ber­lin wurde zu­sam­men mit einem Part­ner eine Lo­gis­tik­hal­le mit 35 000 Qua­drat­me­tern Miet­flä­che rea­li­siert und im April an einen aus­län­di­schen In­ves­tor ver­äu­ßert.

Wäh­rend Ju­li­an Pflug­fel­der im Woh­nungs­bau Baden-Würt­tem­berg als sei­nen Markt sieht, würde er ge­werb­li­che Ob­jek­te bun­des­weit ent­wi­ckeln. Dann aber mit einem Part­ner. „Wir sind hier sehr offen“, be­tont er.

Die Logistikhalle in Berlin

Die Logistikhalle in Berlin

Neue Struktur der Unternehmensgruppe

Die inhaltliche Kurskorrektur hatte auch Einfluss auf die Struktur der Unternehmensgruppe. Die 2018 gegründete Pflugfelder Beteiligung fungiert als Holding. Darunter sind die Pflugfelder Wohnbau als Bauträger und die Pflugfelder Gewerbebau angesiedelt. Ferner die Maklergesellschaft Pflugfelder Immobilien Treuhand und die Pflugfelder Invest, die Bestände erwirbt, entwickelt und wieder veräußert. Die Pflugfelder Universal Immobiliensanierungs- und Verwaltungsgesellschaft verwaltet und entwickelt den eigenen Immobilienbestand.

Erster Geschäftsführer, der kein Eigengewächs ist

„Wir haben jetzt in jedem Be­reich einen Ge­schäfts­füh­rer, der die nächs­ten 15 Jahre blei­ben und ge­stal­ten kann“, be­schreibt Ju­li­an Pflug­fel­der die Vor­tei­le der ver­jüng­ten Füh­rungs­rie­ge. Und: „Die rich­tig Bock haben, was zu leis­ten.“ Mit Sa­scha Braun sei der erste Ge­schäfts­füh­rer in die Un­ter­neh­mens­grup­pe ge­kom­men, der kein Ei­gen­ge­wächs ist. Braun ist für die Ent­wick­lung und Di­gi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie der Mak­ler­ge­sell­schaft ver­ant­wort­lich, zuvor lei­te­te er bei der Kreis­spar­kas­se Lud­wigs­burg das Im­mo­bi­li­en­cen­ter.

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